TRINERGY Gesundheits-Blog von Johannes Zeibig

August 25, 2008

Dankbarkeit

Einsortiert unter: Uncategorized — Johannes Zeibig @ 11:33 am

 

Im Zuge der Erziehung unserer Kinder lernen diese, „danke!“ zu sagen. Ist das Zauberwort ausgesprochen, geben sich die Erwachsenen zufrieden; auch wenn der Dank häufig nicht von Herzen kommt. Mit der Zeit weiß das Kind von selbst, „was sich gehört“ – und dankt auch ohne Aufforderung. Außerdem können Dankbarkeitsempfindungen eher zu einem Reflex, denn zu einem tief empfundenen Gefühl verkommen. Man zeigt sich erfreut, weil’s höflich ist.

 

Was echte Dankbarkeit ausmacht und welch wichtige Ressource sie für das seelische Gleichgewicht ist, bleibt dagegen vielen Menschen verschlossen. Der Wert der Dankbarkeit, der bislang nur von Religionen oder in besinnlichen Traktaten gepriesen wurde, wurde jüngst auch von der psychologischen Wissenschaft erkannt. Psychologen stießen auf die schützende und stabilisierende Funktion der Dankbarkeit.

Robert A. Emmons, Psychologieprofessor an der Universität von Kalifornien in Davis, hat sich forschend der Dankbarkeit angenommen, von der schon Cicero sagte, sie sei nicht nur die „größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter von allen“. Dankbarkeit, so die Erkenntnis der Forscher, ist eine wichtige psychologische Ressource, die einem das Leben unendlich erleichtern kann. Dieses Gefühl, tief empfunden, schützt vor Enttäuschungen, Verbitterung und nimmt den unvermeidlichen Nackenschlägen des Schicksals viel von ihrer Kraft. Wie neue Untersuchungen zeigen, sind dankbare Menschen zufriedener, glücklicher und sozialer als Personen, die sorgfältig alles Negative in ihrem Leben registrieren – das Positive aber übersehen.

In einer Studie führten Studenten 10 Wochen lang ein Tagebuch, in dem sie ihr emotionales Befinden, ihre körperlichen Beschwerden, ihr Gesundheitsverhalten und ihren Gesundheitszustand notierten. Einmal pro Woche sollten die Studierenden über ihr Lebensgefühl Auskunft geben sowie darüber, wie zuversichtlich sie in die kommende Woche blicken. Dann wurden die Testpersonen in drei Gruppen aufgeteilt: Ein Drittel wurde gebeten, Ereignisse aufzuschreiben, die sie am meisten beschäftigen; Ein zweites Drittel sollte Stresssituationen notieren und ein weiteres Drittel wurde gebeten, fünf Dinge aufzulisten, für die sie in der vergangenen Woche dankbar waren. Emmons und sein Team entdeckten deutliche Unterschiede zwischen diesen drei Gruppen. „Die Dankbaren“ waren insgesamt zufriedener mit ihrem Leben und blickten hoffnungsvoller in die kommende Woche als die Teilnehmer aus den beiden anderen Gruppen. Sie litten auch weniger unter körperlichen Beschwerden und investierten deutlich mehr Zeit für sportliche Betätigung als „die Gestressten“. Wie deutlich beobachtet werden konnte, setzte Dankbarkeit keine paradiesischen Lebensumstände voraus, im Gegenteil, allen drei Gruppen sind ähnliche Lebensumstände vorausgegangen.

Man steht sich selber immer einige Schritte zu nah

und den Nächsten immer einige Schritte zu fern.

(Friedrich Nietzsche)

 

 

 

 

1 Kommentar »

  1. [...] der Ruhe kannst Du dann der Dankbarkeit widmen. Weils einfach gesund ist. Einige Momente Liebe oder Dankbarkeit zu empfinden erhöht die [...]

    Pingback von “The best doctors… « TRINERGY Gesundheits-Blog von Johannes Zeibig — März 24, 2010 @ 12:32 am | Kommentar


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